Peptid-basierte Immuntherapie - Aktueller Forschungsstand
Forschungsleitung und Institution
Die peptidbasierte Immuntherapie wird am Universitätsklinikum Tübingen unter der Leitung von Prof. Dr. med. Juliane Walz erforscht. Die Abteilung für Peptid-basierte Immuntherapie konzentriert sich auf die Entwicklung von T-Zell-basierten Immuntherapien für Infektions- und Tumorerkrankungen. Frau Prof. Walz ist gleichzeitig medizinische Direktorin der Klinischen Kooperationseinheit (KKE) Translationale Immunologie.
Forschungsschwerpunkte
Der Hauptfokus liegt auf der Entwicklung klinisch effektiver Peptid-basierter Vakzinierungsansätze für Tumorpatienten. Die Forschung umfasst:
- T-Zell-vermittelte Immunerkennung von Tumoren und virusinfizierten Zellen über HLA-präsentierte Peptide
- Charakterisierung von Tumor-assoziierten Peptiden als Schlüssel für zielgerichtete Immunantworten
- Herstellung synthetischer Peptide in pharmazeutischer Qualität im hauseigenen Wirkstoffpeptidlabor
- Klinische Studien der Phasen I und II mit personalisierten Peptidimpfstoffen
Klinische Anwendung
Das Wirkstoffpeptidlabor produziert Peptide für klinische Studien und besitzt eine Herstellungserlaubnis nach §13 AMG. Besonders vielversprechend sind:
- Individuelle Peptidimpfstoffe gegen akute myeloische Leukämie (AML)
- Kombinierte Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren
- Neoepitop-basierte Impfstoffe für spezifische Tumormutation
Zusammenarbeit mit Heidelberg
Im Rahmen des Deutschen Konsortiums für translationale Krebsforschung (DKTK) besteht eine enge Kooperation mit dem Universitätsklinikum Heidelberg. Gemeinsame Projekte umfassen:
- Peptid-Impfungen gegen mutierte Proteine bei Hirntumoren
- Kombination von Peptidvakzinen mit Immun-Checkpoint-Blockaden
- Gemeinsame Studien zur Verbesserung der Immunantwort
Zukunftsaussichten
Die peptidbasierte Immuntherapie bietet eine vergleichsweise nebenwirkungsarme Behandlungsoption, die besonders für ältere Patienten geeignet ist. Aktuelle Studien zielen darauf ab, die Therapie für verschiedene Krebsarten zugänglich zu machen.
