Parallelen: Das Zeitalter der Aufklärung und die KI
Einleitung
3. Januar 2025. "Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers" – kurz: Enzyklopädie – war ein kühnes Projekt, das unter der Leitung von Denis Diderot und Jean le Rond d’Alembert entstand. Dieses monumentale Werk, veröffentlicht zwischen 1751 und 1772, umfasste 17 Textbände und 11 Bildbände. Sein Ziel war nichts Geringeres, als das gesamte Wissen der damaligen Zeit zusammenzutragen und für jedermann zugänglich zu machen.
Heute frage ich mich oft: Sind wir mit der künstlichen Intelligenz – mit Systemen wie ChatGPT, Perplexity oder MidJourney – nicht auf einem ganz ähnlichen Weg wie Diderot und d’Alembert im 18. Jahrhundert? Auch damals ging es um eine Revolution des Wissens und um neue Formen der Aufklärung. Natürlich gab es schon vor den französischen Enzyklopädisten visionäre Vorläufer, und ebenso stehen wir mit KI noch lange nicht am Ende der Reise. Aber eines ist klar: Wir haben einen gigantischen Schritt nach vorn gemacht – und das Faszinierende daran? Wir alle sind Teil dieses Fortschritts, ob wir es wollen oder nicht!
Eine Enzyklopädie war immer schon mehr als nur eine Wissenssammlung. Diderot und d’Alembert hatten ein größeres Ziel: Sie wollten die Gesellschaft wachrütteln, das Volk aus dem Griff mittelalterlicher Dogmen befreien und frischen Wind in erstarrte Denkstrukturen bringen. Kein Wunder, dass König und Kirche das Projekt argwöhnisch beobachteten – und bekämpften. Doch die Enzyklopädisten waren clever. Kritische Themen wie Religion versteckten sie geschickt hinter harmlos klingenden Stichwörtern. Der Erfolg dieser Bewegung zeigte sich eindrucksvoll am 14. Juli 1789: Die Aufklärung hatte eine Lawine losgetreten, die Monarchien in ganz Europa erzittern ließ.
Und heute? Viele Menschen ziehen Parallelen zwischen den Umbrüchen der Aufklärung und den Veränderungen, die KI mit sich bringt. Kritiker warnen vor Kontrollverlust und dem Untergang alter Ordnungen. Doch die Wahrheit ist: Der Wandel hat längst begonnen. Künstliche Intelligenz beeinflusst unsere Welt – oft subtiler, als wir es wahrnehmen. Sie wird vieles verändern. Also stellen wir uns der Herausforderung! Statt die Augen zu verschließen, sollten wir lernen, die richtigen Weichen zu stellen – für eine Zukunft, die wir aktiv mitgestalten.
Mir kam der Gedanke, dass es doch Parallelen geben müsste zwischen den weltverändernden Ideen der französischen Aufklärung vor rund 275 Jahren und der aktuellen Revolution durch Künstliche Intelligenz, die erst seit wenigen Jahren jede Facette unseres Lebens erfasst. Ich dachte mir, dass doch sicher jemand – Historiker, KI-Experten oder einfach klügere Köpfe als ich – diese Ähnlichkeit bemerkt haben müsste. Also wandte ich mich an die wohl führende Suchmaschine der Gegenwart, Perplexity (im PRO-Modus mit akademischem Fokus), und bekam folgende Antwort:
"Leider finden sich in den vorliegenden Suchergebnissen keine direkten Quellen oder Links, die sich spezifisch mit dem Vergleich zwischen der Encyclopédie und KI befassen. Es scheint, dass Ihre Beobachtung auf neuesaltern.de bisher einzigartig ist in der expliziten Herstellung dieses Zusammenhangs." - Hier ist der Link dazu.
Dieter Müller, Bruchsal 3. Januar 2025
Denis Diderot [dəni didʁo] (* 5. Oktober 1713 in Langres; † 31. Juli 1784 in Paris) war ein französischer Abbé, Schriftsteller, Übersetzer, Philosoph, Aufklärer, Literatur- und Kunsttheoretiker[1], Kunstagent für die russische Zarin Katharina II. und einer der wichtigsten Organisatoren und Autoren der Encyclopédie. Er gilt darüber hinaus als ein wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution.
Gemälde von Louis-Michel van Loo, 1767
Als die Enzyklopädisten werden die 144 namentlich bekannten Beiträger der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers bezeichnet. - Lesen Sie diesen Link! Es wird interessant! -DM
Parallele Welten: Die französische Aufklärung, die Encyclopédie und die Künstliche Intelligenz
3. Januar 2025. Hinweis: Perplexity hat mir bei der Beschreibung der Zusammenhänge geholfen.
Das Werk Encyclopédie war durchdrungen vom Geist der Aufklärung. Es förderte kritisches Denken, Rationalismus und die Verbreitung von Wissen als Mittel zur gesellschaftlichen Verbesserung. Die Encyclopédie entstand in einer Zeit des intellektuellen Aufbruchs und der zunehmenden Kritik an bestehenden Autoritäten. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung aufklärerischer Ideen und trug zur Vorbereitung der Französischen Revolution bei.
Kontroversen: Aufgrund ihrer progressiven Ansichten und der Kritik an etablierten Institutionen war die Encyclopédie oft Ziel von Zensur und Verfolgung durch kirchliche und staatliche Autoritäten.
Der Vergleich zwischen der Encyclopédie und modernen KI-Systemen bietet interessante Perspektiven:
1. Wissensorganisation: Während die Encyclopédie versuchte, das Wissen ihrer Zeit zu systematisieren, streben heutige KI-Systeme danach, riesige Mengen an Informationen zu verarbeiten und zugänglich zu machen.
2. Demokratisierung des Wissens: Ähnlich wie die Encyclopédie das Wissen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte, ermöglichen KI-gestützte Systeme heute einen schnellen und einfachen Zugang zu Informationen.
3. Interdisziplinarität: Die Encyclopédie verband verschiedene Wissensgebiete. Moderne KI-Forschung erfordert ebenfalls eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen, wie etwa im Bereich des AI Engineering.
4. Ethische Fragen: So wie die Encyclopédie kritische Fragen zu Gesellschaft und Macht aufwarf, stellt die KI-Entwicklung heute ähnliche ethische und gesellschaftliche Herausforderungen.
5. Veränderung der Wissensarbeit: Die Encyclopédie veränderte die Art und Weise, wie Wissen produziert und konsumiert wurde. Ähnlich transformiert KI heute die Natur der Wissensarbeit, indem sie neue Formen der Informationsverarbeitung und -generierung ermöglicht.
Die Encyclopédie kann als historischer Vorläufer moderner Bestrebungen gesehen werden, Wissen zu sammeln, zu organisieren und zugänglich zu machen. Während sie die Grenzen des menschlichen Verstandes und der manuellen Wissensverarbeitung aufzeigte, erweitern KI-Systeme heute diese Grenzen durch ihre Fähigkeit, enorme Datenmengen zu verarbeiten und komplexe Muster zu erkennen.
Der gesamt sorgfältig recherchierte Text bietet bei Perplexity zahlreiche Links zu weiterführenden Quellen und erörtert am Schluss weitere interessante Fragen. Der Link führt zum Originaltext.
Frontispiz der Encyclopédie, Band 1 von 1751. See page for author, Public domain, via Wikimedia Commons.
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Enzyklopädisten und heikle Stichworte: Religion, Kirche
4. Januar 2025. Die Encyclopédie trug wesentlich zur Entstehung einer säkularen, aufklärerischen Sichtweise bei, die das Fundament für spätere Revolutionsbewegungen legte. Ihre verdeckte Kritik an der Religion war ein bedeutender Schritt zur Entmachtung der Kirche als politischer und gesellschaftlicher Institution. Wenn Dich weitere Fakten interessieren, lies bitte die interessanten Einzelheiten bei ChatGPT. Darin finden sich folgende Kapitel:
Ich vermag nicht zu beurteilen, ob heute staatliche Eingriffe in die Entwicklung und Produktion von KI geeignet sind, Fehlentwicklungen zu bremsen. In einigen Fällen mögen diese Eingriffe berechtigt und notwendig sein, in anderen Fällen schießen sie über das Ziel hinaus, wenn es z.B. um die von der EU beschlossene Datenschutzgrundverordnung geht. Die DSGV soll die Bürger schützen, hatte aber zuletzt zur Konsequenz, dass Neuerungen auf der ganzen Welt eingeführt wurden, in der EU jedoch nicht.
Hinrichtung Ludwigs des XVI. auf der Place de la Concorde. Rechts im Bild der leere Sockel des Standbildes. – Kupferstich aus dem Jahr 1793.
Georg Heinrich Sieveking, Public domain, via Wikimedia Commons.
Link zur Abbildung bei Wikimedia.
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Umfangreiche Texte bei Wikipedia
3. Januar 2025.
(1) Aufklärung: Dieser Artikel befasst sich mit der Aufklärung als epochalem Projekt.
Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers
(2) Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. Deutscher Artikel über die Enzyklopädie.
(3) Als die Enzyklopädisten werden die 144 namentlich bekannten Beiträger der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers bezeichnet. Dieser Beitrag zeigt die Menschen hinter den verschiedenen Artikel; Hochadel und Adel waren in hohem Maße vertreten.
Vorläufer - Michel de Montaigne - Essais
5. Januar 2025. Michel de Montaigne (1533-1592). Ein Mann der Renaissance, der mit seinem Schaffen, das Tor zur Aufklärung weit aufstößt. Seine Essais sind heute noch willkommener Lesestoff. Vorläufer gibt es ohne Ende. Hier möchte ich mich auf einen der würdigsten beschränken. - Montaignes Wahlspruch "Was weiß ich?“ - Der meine: "Ich wags!"
Portrait of Michel de Montaigne by unknown painter in the Musée Condé - oder von Thomas de Leu. Quelle: Thomas de Leu, Public domain, via Wikimedia Commons. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/Montaigne_1578.jpg
5. Januar 2025. Immanuel Kant (* 22. April 1724 in Königsberg (Preußen); † 12. Februar 1804 ebenda) war ein deutscher Philosoph der Aufklärung sowie unter anderem Professor der Logik und Metaphysik in Königsberg. Kant gehört zu den bedeutendsten Denkern der abendländischen Kultur. Er gilt „im allgemeinen als der größte Philosoph der Neuzeit“, als „die zentrale Gestalt der modernen Philosophie“. Seine sogenannten drei „Kritiken“, insbesondere das erste Werk Kritik der reinen Vernunft, kennzeichnen einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte. - Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Sie können das Vorschaubild durch Anklicken vergrößern.
25. November 2025.
Wenn wir heute von der Aufklärung sprechen, denken wir an reine Philosophie. Doch das Hauptkampfmittel dieser Zeit war ein Buch – oder vielmehr 28 Bücher: die Encyclopédie. Sie war kein neutrales Nachschlagewerk, sondern eine „Kriegsmaschine“ (wie Diderot es nannte) gegen den Aberglauben und die absolute Macht. Doch ihr Erscheinen war ein jahrzehntelanger Krimi voller Razzien, Verrat und unerwarteter Helfer.
Zwar waren Denis Diderot und Jean le Rond d’Alembert die brillanten Köpfe an der Spitze, doch das Werk wäre ohne einen Mann zusammengebrochen, den die Geschichte oft vergisst: Chevalier Louis de Jaucourt.
Jaucourt war der „Sklave der Enzyklopädie“. Er verfasste unglaubliche 17.000 Artikel – etwa 25 % des gesamten Werkes.
Während d’Alembert sich entnervt zurückzog und Diderot im Gefängnis saß oder floh, schrieb Jaucourt unermüdlich weiter. Er opferte sein Vermögen und seine Gesundheit für das Projekt. Ohne seine enorme Fleißarbeit wäre die Enzyklopädie unvollendet geblieben.
Das größte Hindernis war die königliche Zensur. 1752 und 1759 wurde das Werk verboten. Hier tritt eine der faszinierendsten Figuren auf den Plan: Malesherbes. Er war der oberste Zensor Frankreichs – eigentlich der natürliche Feind der Enzyklopädisten.
Doch als der Befehl zur Razzia bei Diderot kam, warnte Malesherbes ihn nicht nur, sondern bot an, die kompromittierenden Manuskripte in seinem eigenen Haus zu verstecken. So rettete der Oberzensor das Werk, das er eigentlich verbieten sollte.
Um die Verbote zu umgehen, griffen die Macher zu Listen. Auf dem Titelblatt stand fälschlicherweise „Neuchâtel“ (Schweiz) als Druckort. Doch der schlimmste Feind saß im eigenen Haus: Der Verleger Le Breton begann heimlich, die schärfsten Passagen in Diderots Artikeln nach der Fahnenkorrektur herauszuschneiden. Diderot bemerkte diesen Verrat erst nach dem Druck und tobte vor Wut über das „verstümmelte“ Werk.
Frauen waren die logistischen und finanziellen Architektinnen. Madame Geoffrin, die „Königin der Salons“, steuerte nicht nur die Gespräche. Historische Quellen legen nahe, dass sie das Projekt mit enormen Summen (ca. 200.000 Livres) unterstützte, als die Finanzierung zu scheitern drohte – allerdings unter strikter Anonymität.
Fazit: Die Enzyklopädie lehrte uns, dass Wissen niemals neutral ist. Die Geschichte von Diderot, Jaucourt und Malesherbes erinnert uns daran, dass die Wahrheit oft nur unter großen persönlichen Opfern verteidigt werden kann.
In den Geschichtsbüchern stehen die Namen Diderot, Voltaire und Rousseau ganz oben. Doch ohne einen bescheidenen Adligen aus Paris wäre das größte Wissensprojekt des 18. Jahrhunderts, die Encyclopédie, vermutlich gescheitert. Louis de Jaucourt (1704–1779) war der Mann, der blieb, als andere flohen.
Jaucourts Weg zur Enzyklopädie begann mit einer persönlichen Katastrophe. Der hochgebildete Mediziner hatte über 20 Jahre lang an einem eigenen riesigen Werk gearbeitet: dem Lexicon Medicum Universale. Um es zu drucken, schickte er das einzige Manuskript nach Amsterdam.
Doch das Schiff sank an der Küste. 20 Jahre Arbeit versanken unwiederbringlich im Meer. Jaucourt verfiel in eine tiefe Depression. Doch anstatt aufzugeben, beschloss er, sein Wissen einem anderen Projekt zu widmen: Diderots Enzyklopädie.
Als die Enzyklopädie durch Zensur und interne Streitigkeiten ins Wanken geriet, übernahm Jaucourt das Ruder. Seine Leistung ist statistisch kaum fassbar:
Von den insgesamt ca. 72.000 Artikeln der Enzyklopädie stammen 17.266 von Jaucourt. Das entspricht etwa 25 % des gesamten Werkes. In den letzten Bänden schrieb er fast die Hälfte aller Texte allein.
Er arbeitete bis zu 14 Stunden täglich, diktierte oft sechs Sekretären gleichzeitig und bezahlte diese aus eigener Tasche. Um das Projekt zu finanzieren, verkaufte er schließlich sogar sein Haus in Paris. Diderot nannte ihn liebevoll, aber auch mit schlechtem Gewissen, den „Sklaven der Enzyklopädie“.
Lange Zeit wurde Jaucourt von Historikern als bloßer „Vielschreiber“ abgetan, der Texte nur per „Copy & Paste“ (Kompilierung) zusammenstellte. Er starb 1779 fast unbemerkt kurz vor der Französischen Revolution.
Erst in den 1950er Jahren begann der US-Historiker Richard N. Schwab, die Enzyklopädie systematisch zu analysieren. Schwab zählte akribisch jeden einzelnen Artikel und ordnete die Kürzel (Jaucourt zeichnete mit „D.J.“) zu. Erst durch diese statistische Arbeit wurde das wahre Ausmaß von Jaucourts Beitrag sichtbar. Heute wissen wir dank Forschern wie Schwab und Philipp Blom, dass Jaucourt auch inhaltlich mutig war: Er verurteilte die Sklaverei und den Krieg deutlicher als viele seiner berühmten Zeitgenossen.
Für Leser mit Französisch- oder Englischkenntnissen bieten diese Ressourcen den tiefsten Einblick in die Forschung und die Originaltexte:
ENCCRE (Frankreich): Das ist "State of the Art". Du kannst dort zum Beispiel sehen, dass Jaucourt oft medizinische Themen mit politischer Kritik vermischt hat.
ARTFL (Chicago): Die Amerikaner waren interessanterweise früher dran mit der Digitalisierung als die Franzosen. Ihre Datenbank ist extrem mächtig für Volltextsuche.
Frank A. Kafker: Wenn du wissen willst, wer die Enzyklopädisten als Menschen waren (reich/arm, adlig/bürgerlich), ist er die beste Quelle.