21. Februar 2026 [Zu jener Zeit konnte kaum jemand lesen und schreiben]!
Dürers Apokalypse (1498): Die vier apokalyptischen Reiter
22. Februar 2026. Die Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr.) und die Christenverfolgungen unter Domitian (81–96 n. Chr.) prägten die Apokalypse. Johannes schrieb sie vermutlich auf Patmos (Offb 1,9), wohin er verbannt wurde. Patmos ist eine (heute griechische) Insel vor Ephesus. Unter dem "Tier aus dem Meer" verstanden damals viele den römischen Kaiser.
Warum Bilder die Apokalypse erklären
Die Offenbarung des Johannes ist das „Kino der Bibel“ – voller dramatischer Visionen, die seit der Spätantike Künstler herausfordern. Während der Text selbst oft rätselhaft bleibt, machen Bilder die Botschaften greifbar: von den Schrecken der Endzeit bis zur Hoffnung auf das „neue Jerusalem“ (Offb 21,5).
Die Jahreslosung 2026 – „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5) – findet hier ihren visuellen Niederschlag:
Wichtige Bildtraditionen im Überblick
1. Bamberger Apokalypse (11. Jh.): Das himmlische Jerusalem (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a9/BambergerApokalypse.jpg) Das himmlische Jerusalem (Offb 21,10–21) wird als goldene Stadt mit zwölf Toren dargestellt – ein Kontrast zu den düsteren Plagenvisionen. Die Miniatur betont die Hoffnung auf Erlösung in einer von Krieg und Seuchen gezeichneten Zeit. Theologisch steht das himmlische Jerusalem für die vollendete Schöpfung, in der Gott bei den Menschen wohnt (Offb 21,3). Historisch entstand die Bamberger Apokalypse um 1000 n. Chr., als die Kreuzzüge und die Pest die Menschen verunsicherten.
2. Dürers Apokalypse (1498): Die vier apokalyptischen Reiter (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7c/The_Four_Horsemen_%28CBL_WEp_0021%29.jpg) Die vier apokalyptischen Reiter (Offb 6,1–8) symbolisieren Krieg, Hunger, Seuche und Tod. Dürers dynamische Komposition spiegelt die Ängste des späten 15. Jahrhunderts wider:
3. Bezug zur Jahreslosung 2026
Die Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5) verbindet sich direkt mit den Bildern der Apokalypse:
Weiterführende Links:
22. Februar 2026. Albrecht Dürer (1471–1528) war bereits mit 27 Jahren (bei Erscheinung der Apokalypse 1498) ein gefeierter Künstler – allerdings noch nicht der ‚Star‘, der er später wurde. Seine in Nürnberg im Selbstverlag erschienenen 15 Holzschnitte zur Apokalypse machten ihn schlagartig bekannt, weil sie zwei Revolutionen vereinten:
Heute gilt Dürer als wichtigster deutscher Künstler der Renaissance. Seine Apokalypse-Darstellungen prägen bis heute das visuelle Verständnis der Offenbarung – von Kunstgeschichte bis Popkultur.
Auf den folgenden 15 Unterseiten findest du eine detaillierte Analyse aller Holzschnitte aus Albrecht Dürers Apokalypse-Zyklus (1498) – jeweils mit:
22. Februar 2026. Hinweis zur Reihenfolge: Es existiren unterschiedliche Zählweisen und Reihenfolgen, da sich Dürer bei seiner Publikation nicht konsequent an die Reihenfolge der Bibel gehalten hat. Die sogenannte „Apokalypse“ von 1498 umfasst 15 großformatige Holzschnitte.
Hinweis: In populären Darstellungen fehlt gelegentlich Blatt 1 (Martyrium des Johannes), weshalb manche Zählungen nur 14 oder anders nummerierte Blätter angeben. Für eine historisch saubere Darstellung sollte die vollständige Folge genannt werden. Die übliche kunsthistorische Reihenfolge lautet (aber es bleibt ein Dschungel, DM):
Johannes auf Patmos
Die Erscheinung Christi unter den sieben Leuchtern
Johannes vor Gott und den vierundzwanzig Ältesten
Die vier apokalyptischen Reiter
Die Öffnung des fünften und sechsten Siegels
Die vier Engel an den Winden der Erde
Die sieben Posaunen
Die Anbetung des Lammes und der Hymnus der Auserwählten
Johannes verschlingt das Buch
Die Frau mit der Sonne und der Drache
Der Kampf des Erzengels Michael mit dem Drachen
Das Tier aus dem Meer mit dem Lamm und dem Drachen
Die Hure Babylon
Das Jüngste Gericht
Diese Reihenfolge ist im Originaldruck von 1498 so belegt, z. B. im Digitalisat der Bayerische Staatsbibliothek.
Das Martyrium des heiligen Johannes
(nicht immer in populären Listen aufgeführt, gehört aber zur Folge)
Johannes auf Patmos
(Offb 1,9–11)
Die Vision von den sieben Leuchtern
(Offb 1,12–20)
Die vier apokalyptischen Reiter
(Offb 6,1–8)
Die Öffnung des fünften und sechsten Siegels
(Offb 6,9–17)
Die Anbetung des Lammes und der Lobgesang der Ältesten
(Offb 5,1–14)
Die vier Engel an den Winden und die Versiegelung der 144.000
(Offb 7,1–8)
Die große Schar vor dem Thron
(Offb 7,9–17)
Das siebente Siegel und die ersten vier Posaunen
(Offb 8,1–13)
Der Engel mit dem Büchlein
(Offb 10)
Die Frau mit der Sonne und der siebenköpfige Drache
(Offb 12)
Das Tier aus dem Meer und das Tier aus der Erde
(Offb 13)
Das Lamm auf dem Berge Zion und die 144.000
(Offb 14)
Die Hure Babylon
(Offb 17)
Der Sturz Babylons und das Jüngste Gericht
(Offb 18–20)
Die Reihenfolge der Apokalypse-Holzschnitte ist nicht immer einheitlich wiedergegeben worden. Dafür gibt es mehrere Gründe:
– 1498 erschien die erste Ausgabe der Apokalypse in Nürnberg, herausgegeben von Albrecht Dürer selbst.
– 1511 veröffentlichte Dürer eine zweite, überarbeitete Ausgabe.
– In späteren Druckausgaben und kunsthistorischen Katalogen wurden einzelne Blätter teils unterschiedlich gezählt oder in anderer Reihenfolge präsentiert.
– Besonders häufig wird das „Martyrium des Johannes“ nicht mitgezählt, weil es erzählerisch vor die eigentliche Vision tritt.
Für weitere Verwirrung sorgt der Umstand, dass manchmal die Titelseite aus Dürers Veröffentlichung eine zusätzliche Blattnummer ("Figur") bekommt.
Zudem spielt die theologische Auslegung eine Rolle:
Manche Autoren ordnen die Bilder streng nach der Reihenfolge des biblischen Textes (Offenbarung des Johannes), andere folgen der Anordnung der Druckausgabe von 1498. Dieser Ausgabe folgen wir ebenfalls.
Für eine wissenschaftlich saubere Darstellung empfiehlt es sich daher, ausdrücklich zu erwähnen, auf welche Ausgabe bzw. Zählweise man sich bezieht.
Die Holzschnitte von Albrecht Dürer entstanden 1498. Da der Künstler 1528 verstarb, sind seine Werke nach geltendem Recht gemeinfrei (Public Domain). Die hier gezeigten Abbildungen stammen aus der Apokalypse-Folge (1498) von Albrecht Dürer. Die Werke sind gemeinfrei (Public Domain). Die verwendeten Digitalisate wurden über Wikipedia bereitgestellt. "Quelle der Digitalisate: Wikimedia Commons, abrufbar über Wikipedia."
Michelangelo, Das jüngste Gericht in der Sixtina, Rom